Karnevals-Gottesdienst der „Löstige Bröder“ in der Pfarrkirche St. Nikolaus – Diakon Manni Lang predigte auf Eifeler Platt – „Echte Fründe stohn zesamme“ – Orden von den Tollitäten
Kall – Die Karnevalsmesse der Kaller „Löstige Bröder“ dauerte über eine Stunde, doch diese Zeit verging wie im Fluge. Diakon Manni Lang hatte den Gottesdienst unter das Motto des Mutmachens gestellt und zog die Kirchenbesucher mit ins Geschenen ein. In seiner gewohnten Art sprach der Diakon und Mundartexperte auch seine Predigt auf Eifeler Platt.
Auf den Klang einer Orgel mussten die Gottesdienstbesucher am Samstag verzichten, denn diese wird derzeit überholt. Dennoch konnte Organist Stefan Kupp die musikalische Begleitung mit einem kleineren Ersatzinstrument sichern. „On wenn de Kerchejlock schläät, dann ston me all parat…“ stimmte Kupp an, als die Karnevalisten mit Tollitäten, Prinzengarde, Musketieren und großem Gefolge in die Kirche einzogen. Einer fehlte joch: Kinderprinz Lukas III. (Jaschke) war kurz vor Beginn der Messe gestürzt und hatte sich dabei verletzt.
Den Gottesdienst mit organisiert hatten die Möhnen Renate Schüttler und Elisabeth Keutgen, die auch während der Messe die Fürbitten verlasen. Gleiches taten auch Prinzessin Emily I. (Bloch) und Kinderprinzessin Emma I. (Jaschke).
Diakon Manni Lang ging beim Gottesdienst mit den Besuchern auch Tuchfühlung, als er von drei Goldwäschern erzählte, die am Jordan, wo Jesus getauft wurde, mit Pfannen Sand und Steine sieben, in der Hoffnung Gold zu finden. Lang: „Am Anfang stand die Hoffnung, vielleicht finde ich heute etwas Wertvolles“. Was sie am Ende gefunden hätten, sei kein Gold gewesen, sondern kleine Halbedelsteine und Glaskugeln, die das Licht aufnähmen.
Lang präsentierte dann ein Goldwäscher-Pfanne mit Sand, in dem sich kleine Steine und Glasperlen befanden. „In dieser Pfanne liegen keine Reichtümer, aber Zeichen“, so der Diakon, der zuerst die Kinder, und auch danach die Erwachsenen bat, sich der Steichen und Glaskugeln zu bedienen, um sie mit nach Hause zu nehmen. Lang: „Nicht als Souvenir, sondern als Erinnerung“.
(Reiner Züll)






